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| Seit dem Frühjahr 1998 habe ich mich auf den Weg gemacht, die leidenschaftliche Liebe Jesu für mich tiefer kennen zu lernen. Bald entdeckte ich jedoch auch beunruhigende Etappen auf dieser Reise. |
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| Leiden-schaft |
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| Wer sich auf den Weg zu einer tieferen Erkenntnis der brennenden Liebe Jesu begibt, wird sich unweigerlich auch den Fragen des Leides und dem Schmerz in seinem eigenen Leben stellen müssen. Das ist keine angenehme Erfahrung, aber ich stehe in dem festen Glauben und erlebe selbst, dass sich auch dieser Teil der Reise lohnt. |
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| Wenn wir uns am Anfang danach ausstrecken, Jesus und seine leidenschaftliche Liebe als Bräutigam kennen zu lernen, dann geschieht meistens etwas, was nicht in unser Konzept passt. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich hatte sehr romantische Vorstellungen von der leidenschaftlichen Liebe Jesu. Ich dachte, dass er auf eine liebevolle und sanfte Weise zu mir reden und mich mit seiner Gegenwart umgeben würde, dass er mir sagen würde, wie toll und genial ich doch bin und wie sehr er sich an mir und an den verschiedenen Aspekten meines Lebens erfreut. Hast du auch diese Erwartung gehabt? |
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| Und dann plötzlich hat er etwas ganz Unerwartetes getan: in dem Prozess, bei dem ich die Realität und Tiefe seiner Liebe für mich kennen lernen wollte, führte er mich zu Jesaja 52 und 53 und begann, mir seine Leidenschaft am Kreuz zu zeigen. |
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Und er fing an, mir zu zeigen, was das Kreuz Jesu mit seiner brennenden
Liebe mit mir zu tun hat. Ich musste mich stets mehr mit den schwierigen, paradoxen und widersprüchlichen Realitäten dessen auseinandersetzen, was es bedeutet, als seine Braut zu leben. Wir werden von einem allmächtigen Gott leidenschaftlich geliebt. Aber zur gleichen Zeit müssen wir als echte Menschen in einer zerbrochenen, gefallenen Welt leben, inmitten von Schwierigkeiten, gewaltigen Herausforderungen und unlösbaren Konflikten. |
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| Der Gott der retten kann und es nicht tut |
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| Das ist der Punkt, an dem wir uns den unangenehmen, quälenden Fragen stellen müssen, warum Gott manchmal nichts tut, obwohl er sehr wohl dazu im Stande ist. Schließlich hat er doch alle Macht. |
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| Als Jesus auf die Fragen der Jünger von Johannes dem Täufer einging, sagte er ihnen: «Selig sind die, die keinen Anstoß an mir nehmen.» Was er in diesem Kontext tatsächlich zu ihnen sagte, konnten die Jünger wohl erst im Nachhinein verstehen. Man kann es etwa mit folgenden Worten beschreiben: «Ihr werdet fassungslos sein, denn euer Leiter Johannes, inbegriff des feurigen und brennenden Lichtes, steht vor den Toren des Todes und ich werde ihn nicht aus dieser Situation herausretten. Er wird sein Leben verlieren.» |
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| Manchmal kann Gottes Wort an uns auch so lauten: «Du wirst nicht so sehr Anstoß an dem nehmen, was ich tue, sondern an dem, was ich nicht tue». Es ist die Schwierigkeit, dem ins Auge zu sehen, was Gott nicht tut, die uns am meisten Not bereitet – die uns sprachlos macht und bei uns tiefe Fragen über seine Güte und Gnade aufwirft. |
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| Der dienende Bräutigam |
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Im Propheten Jesaja finden wir drei prophetische Lieder über den
Dienstknecht. Zu ihnen gehören auch die beliebten Abschnitte aus
Jesaja 52 und 53, in denen die Rede vom «Knecht des Herrn» ist. |
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| Diese Prophetien treffen im ursprünglichen Kontext auf das Volk Israel zu, letztendlich finden sie jedoch in der Person Jesus Christus ihre vollkommene Erfüllung. Die prophetischen Worte treffen in zweiter Instanz auch auf uns zu, auf die Braut des Knechtes, auf seine Dienstgemeinschaft. |
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| In diesem Kapitel werde ich den hohen Rang des Knechtes näher beleuchten. Ich werde dabei auf das Paradox seiner Verherrlichung und Schmach eingehen und den Lohn des Knechtes betrachten. Und schließlich werden wir uns anschauen, was das für seine Braut – für uns als seine Partner – bedeutet. |
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