KAPITEL 1
Motivation des Herzens
Warum wir beten
  KAPITEL 5
Die Fürbitte der Braut
Vollmacht durch Nähe
  KAPITEL 9
Die Liebe zum leidenden Knecht
Die Gemeinschaft der Braut mit den Leiden Christi
       
  KAPITEL 2
Mit neuen Augen sehen
Das Brautparadigma, Teil 1
  KAPITEL 6
Die Krieg führende Braut
Der Kampf gegen Gedankenfestungen
  KAPITEL 10
Das Versagen von menschlichem Eifer
Heilung und Wiederherstellung durch seine Liebe
           
  KAPITEL 3
Das Lied des Bräutigams
Das Brautparadigma Teil 2
  KAPITEL 7
Weisheit und Vollmacht durch Nähe
Das Beispiel der Maria von Bethanien
  KAPITEL 11
Bis er wiederkommt
Lobpreis und Gebet rund um die Uhr
           
  KAPITEL 4
Das Elend der Witwenschaft
Die Trostlosigkeit des entfremdeten Gebets
  KAPITEL 8
Die Vision unseres Herzens
Und der Plan Gottes für unser Leben
  EPILOG
Und sie lebten glücklich bis in alle Ewigkeit
Die ewige Offenbarung der Herrlichkeit Jesu
           
 
     
 
 
 
   
 
Die Weisheit der Hingabe  
Gegen Ende seines öffentlichen Dienstes hat Jesus uns ein Gleichnis
erzählt, das eine wichtige Bedeutung für unsere heutige Zeit hat. Es
handelt sich um das Gleichnis von den zehn Jungfrauen:
 
Dann wird es sein mit dem Himmelreich wie mit den zehn Jungfrauen,
die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
Fünf von ihnen aber waren weise, und fünf waren töricht.
Die Törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl
mit. Die Weisen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in
Krügen mit.
Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle müde
und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich
laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!
Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen
fertig.
Die Törichten aber sprachen zu den Weisen: Gebt uns von eurem
Öl, denn unsre Lampen gehen aus. Da antworteten die Weisen
und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht
reichen; geht aber zum Händler und kauft für euch selbst.
Während sie noch unterwegs waren, um Öl zu kaufen, kam der
Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm
in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde verschlossen. Später
kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr,
tu uns auf!
Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich
kenne euch nicht. Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch
Stunde.
Matthäus 25,1 – 13
 
     
Dieses Gleichnis fordert uns auf, die Nähe zu Jesus mit voller Hingabe im Gebet zu suchen. Wenn wir die Geschichte zeitlich einordnen, stellen wir fest, dass sie zu den letzten Worten gehört, die Jesus in der Öffentlichkeit gesprochen hat. Er lehrte dieses Gleichnis nur wenige Tage vor seiner Kreuzigung und seinem Tod.    
Jesus wusste, was auf ihn zukam. Deshalb liegt die Annahme nicht fern,
dass er in seinen letzten Reden das ansprechen würde, was ihm am meisten am Herzen liegt. Und was ist das Thema seiner Geschichte? Die Hochzeit des Bräutigams und seiner Braut!
   
Hier sehen wir wieder das brennende Herz des Bräutigams. Jesus vergleicht das Königreich des Himmels mit der erwarteten Rückkehr des Bräutigams, der seine Braut zu sich nimmt. Seine Geschichte dreht sich
nun um die Ereignisse, die mit dieser Rückkehr verbunden sind.
   
     
Die Weisheit der Nähe
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Wiederum hat uns der Herr in seiner Güte ein Beispiel aus dem echten Leben gegeben, in der die Menschen diese Realität vor unseren Augen ausleben. Ich habe zu Beginn des Kapitels auf Menschen Bezug genommen, die ich «Maria von Betanien» nenne, die in der heutigen Zeit von Gottes Geist in den Dienst der Fürbitte und Anbetung gerufen werden. So ist es auch die Geschichte von Maria von Betanien und ihren Angehörigen Marta und Lazarus, die den Kontext für ein tieferes Verständnis des Gleichnisses Jesu bietet. Wir können viel von diesem Bericht lernen, wenn wir Ohren haben, die hören.
Das Ereignis beginnt mit Jesu Besuch in dem Hause von Marta:
   
Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit
Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester,
die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte
seiner Rede zu.
Marta aber war sehr beschäftigt, ihm zu dienen; sie trat aber hinzu
und sprach: Herr, kümmert es dich nicht, daß meine Schwester
mich allein gelassen hat zu dienen? Sage ihr doch, daß sie mir
helfen soll!
Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta! Du
bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge; eins aber ist nötig.
Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen
werden. Lukas 10,38 – 42
   
 
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Man muss die Geschichte aus einem bestimmten Blickwinkel betrachten, um wirklich zu verstehen, was sich da gerade abspielt. Es war ein tatsächliches Ereignis: Da sitzt der lebendige Gott an einem Nachmittag in dem Haus dieser kleinen Familie. Er begegnet echten Menschen, genauso wie der Heilige Geist dir und mir heute noch begegnet. Das ewige, fleischgewordene Wort des Vaters sitzt dort im Zimmer – und er hat Lust zu reden!    
Das ist ein unglaubliches Ereignis! Wir haben uns an diese Aussage bereits so gewöhnt, dass wir völlig an dem Gehalt und der Kraft dieser Worte vorbeigehen. Der menschgewordene Christus begegnet seinen Geschöpfen. Da sein Wort ewig ist, begegnet er auch mir – wenn ich mir nur die Zeit nehme, um zur Ruhe zu kommen und ihm zuzuhören.    
Der Dornenbusch brennt noch immer, und Gott spricht zu denen, die kommen und sehen. Eine der beiden setzt sich in ihrer Weisheit zu den Füßen Jesu und hört auf das, was Gott ihr zu sagen hat, doch die andere hat zu viel zu tun. Während Marta alle möglichen Dinge für Gott tut, verliert sie den Blick für das, was wirklich weise ist. Sie ist völlig abgelenkt. Doch Maria entscheidet sich dafür, ihm zuzuhören, und wird von seinem Leben in den Bann gezogen.    
Die "Marias von Betanien" werden immer noch von vielen als töricht angesehen, aber in Wirklichkeit sind genau sie es, die weise sind. David schrieb einen gewaltigen Psalm, der genau diese Wahrheit zum Ausdruck bringt:    
So handelt nun weise, ihr Könige,
und lasst euch zurechtweisen, ihr Richter auf Erden!
Dienet dem HERRN mit Furcht,
und jauchzt mit Zittern;
küsst den Sohn, dass er nicht zürne
und ihr umkommt auf dem Wege;
denn sein Zorn wird bald entbrennen.
Wohl allen, die auf ihn trauen!
Psalm 2,10 –12
   
     
     
     
 
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