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| Mein Ziel ist, in den nächsten Kapiteln eine Arena der Fürbitte aufzuzeigen, die der Herr durch seinen Ruf in die Nähe zu ihm verändern will. Er will unser Gebet in ein vollmächtiges Gebet verwandeln, das in der Zuversicht und Sicherheit unserer Identität als Braut Christi gegründet ist. |
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| Das Gebetsleben Jesu |
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Es gab etwas in dem Gebetsleben Jesu, was die Jünger völlig ergriff. Sie sahen, wie Jesus mit unglaublicher Vollmacht und Wirkungskraft über einzelnen Menschen betete. Sie beobachteten auch die Momente seiner persönlichen Stille mit dem Vater. Da war so viel Leben, Energie und Freude in der Zeit, die er allein mit Gott verbrachte. Er kehrte so erfrischt und belebt aus der Gemeinschaft mit dem Vater zurück, als hätte er sich gerade auf einer Couch ausgeruht. Die Jünger waren so fasziniert davon, dass sie ihn einige Male über diese Dynamik ausfragten. |
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Es ist wichtig zu erkennen, dass die Gebete Jesu in erster Linie die Gebete eines Menschen sind, die aus einer Beziehung zu Gott hin gesprochen wurden. Als Jesus anderen Menschen auf Erden begegnete, füllte er die Dimension der Priesterschaft aus, die Gott vor den Menschen vertritt. Er sprach als Wort Gottes zu seiner Braut. Aber als Jesus sich dem Vater im Gebet zuwandte, kam die andere Dimension der Priesterschaft zur Geltung. Er trat in seiner Abhängigkeit als Mensch vor Gott, um aus seiner gnädigen Hand alles für das tägliche Leben Notwendige zu empfangen. An dieser Stelle verkörpert Jesus das Gebet der Braut, die als Vertreter der Menschheit vor den Vater kommt. Sein Gebetsleben ist das Modellbeispiel für die Fürbitte und Anbetung der
Braut. |
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| Das Gleichnis der Witwe |
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Eine Schlüsselstelle, in der Jesus seine Jünger tiefer ins Gebet hineinführen will, finden wir im Lukasevangelium. Es ist das bemerkenswerte Gleichnis von der bittenden Witwe:
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Er sagte ihnen aber durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten
und darin nicht nachlassen sollten, und sprach: In einer Stadt
lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen
Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine
Witwe, die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen
meinen Widersacher!
Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst:
Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte und auf keinen Menschen
Rücksicht nehme, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir
so viel Mühe macht, zu ihrem Recht verhelfen, damit sie nicht
zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage.
Da sprach der Herr: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt!
Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm
schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? Ich
sage euch, er wird ihnen unverzüglich zu ihrem Recht verhelfen.
Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er
werde Glauben finden auf Erden?
Lukas 18,1– 8 |
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| Da dieses Gleichnis zum anhaltenden Gebet aufruft und direkt aus dem Munde unseres Herrn stammt, muss es als eine der wichtigsten Aussagen über wirkungsvolles Gebet und effektive Fürbitte gesehen werden. Das wurde es auch. Aber vielerorts hat man einen falschen Schwerpunkt in der Auslegung der Geschichte gelegt. Das rührt vor allem von einem Missverständnis von der Absicht Jesu und von einem falschen Gottesbild her. |
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| Der Witwenstand |
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Durch die gesamte Heilige Schrift hindurch spricht Gott sehr behutsam über Witwen. Sie haben einen besonderen Stellen wert. Die lokale Gemeinschaft hat den Auftrag, für sie zu sorgen und ihnen nicht ihr Recht zu verweigern, weil sie vom Schicksal getroffen wurden. Da Israel kein Wohlfahrtsstaat war und kein Sozialsystem hatte, wurden die Bedürftigen von ihren Familien versorgt, oder manchmal auch von den Priestern im Tempel. Das geschah aber nur in letzter Instanz. Es war jedoch immer
eine Tragödie, eine Witwe zu sein. Jedesmal, wenn Gott Israel als Witwe angesprochen hat, deutete er damit auf den geistlichen Zustand des Volkes hin, nämlich dass es unter Gottes Gericht war. |
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Gott entzog Israel auf strategische Weise seine Nähe und Fürsorge
als Bräutigam in der Hoffnung, dass sich seine Braut von ihrer
Untreue und Sünde bekehren würde. Gottes Absicht ist immer
gewesen, Israel als seine Braut zu behandeln, nicht als Witwe. |
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| Der höhere Weg des Gebets |
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In dem Gleichnis der hartnäckigen Witwe hat Jesus seinen Nachfolgern
den Weg zu einem höheren Gebet gezeigt, welches kraft- und wirkungsvoller ist als das Beispiel der Frau in der Geschichte. Den Schlüssel zum Verständnis dieses Gleichnisses in Lukas 18 finden wir in dem letzten Satz, der eine Frage an uns stellt: «Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?» |
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