KAPITEL 1
Motivation des Herzens
Warum wir beten
  KAPITEL 5
Die Fürbitte der Braut
Vollmacht durch Nähe
  KAPITEL 9
Die Liebe zum leidenden Knecht
Die Gemeinschaft der Braut mit den Leiden Christi
       
  KAPITEL 2
Mit neuen Augen sehen
Das Brautparadigma, Teil 1
  KAPITEL 6
Die Krieg führende Braut
Der Kampf gegen Gedankenfestungen
  KAPITEL 10
Das Versagen von menschlichem Eifer
Heilung und Wiederherstellung durch seine Liebe
           
  KAPITEL 3
Das Lied des Bräutigams
Das Brautparadigma Teil 2
  KAPITEL 7
Weisheit und Vollmacht durch Nähe
Das Beispiel der Maria von Bethanien
  KAPITEL 11
Bis er wiederkommt
Lobpreis und Gebet rund um die Uhr
           
  KAPITEL 4
Das Elend der Witwenschaft
Die Trostlosigkeit des entfremdeten Gebets
  KAPITEL 8
Die Vision unseres Herzens
Und der Plan Gottes für unser Leben
  EPILOG
Und sie lebten glücklich bis in alle Ewigkeit
Die ewige Offenbarung der Herrlichkeit Jesu
           
 
 
 
 
     
   
     
     
In diesem Kapitel möchte der Autor ein Fundament legen, das das biblische Verständnis unserer innigen Gemeinschaft mit Jesus als seine Braut aufzeigt.
 
MIT NEUEN AUGEN SEHEN
 
 
 

Unsere Wahrnehmung von Realität und Wahrheit

 
Wir sind heute an einem Punkt, wo wir uns einem Umdenkungsprozess unterziehen müssen – und das in Bezug auf Gebet. In dem leistungsorientierten und durch Tatendrang bestimmten Wesen der heutigen Gemeinde Christi haben wir zum großen Teil die Sicht für eine erfahrbare Nähe mit Jesus verloren. Aber genau das ist doch der Kern unserer Berufung.
 
Deswegen brauchen wir eine Erneuerung in unserem Denken, damit wir unsere Beziehung zu Jesus und zu uns selbst mit neuen Augen sehen und erkennen können, zu welchen Werken wir tatsächlich berufen sind und die Gegenwart des Herrn auf eine neue und persönliche Weise zu erfahren.
 
 
 
Das Braut-Paradigma
nach oben
 
Das sogenannte Braut-Paradigma ist durch die Geschichte hindurch ein zentrales Thema biblischer Theologie gewesen und ist der Kirche durch das Leben von Mystikern und Denkern erhalten geblieben.
 
 
 
BILDER DES ALTEN TESTAMENTS    
 
 
Adam und Eva    
Als Gott am Anfang die Menschen schuf, hat er etwas sehr Merkwürdiges getan. Er hat sie nicht unmittelbar als Mann und Frau geschaffen, sondern er schuf zuerst Adam. Er führte ihn in den Garten Eden und ließ den neu geschaffenen Menschen spüren, was es bedeutet, nicht so wie der Rest der Schöpfung von Anfang an ein Gegenüber zu haben. Es war das Einzige an der ganzen Schöpfung, von dem Gott selbst sagte, dass es «nicht gut» war.    
Warum ist Gott bei der Schöpfung des Menschen so vorgegangen? Warum hat er Mann und Frau nicht gleichzeitig geschaffen, damit sie sich aneinander erfreuen und die Fülle und Nähe in der Beziehung erleben
konnten, die für sie vorgesehen war und die das Wesen ihrer Existenz
ausmachte?
   
Gab es da etwas tief im Herzen Gottes, das Adam nur durch eigene
Entbehrung verstehen konnte?
   
Adams Sehnsucht, seine Leere und seine überströmende Freude bei der Entdeckung seines Gegenübers hat seinen Ursprung im Herzen Jesu. Sein Verlangen nach einer Braut war die Norm, bevor der Mensch überhaupt geschaffen wurde. Adams Erfahrung von Sehnsucht spiegelte von Anfang an das selbst erwählte Verlangen im Herzen des dreieinigen Gottes wider, eine Braut für seinen geliebten Sohn zu schaffen.    
     
Isaak und Rebekka
nach oben
 
Eine der deutlichsten Widerspiegelungen des Evangeliums im Alten Testament finden wir in 1. Mose 24, dem Bericht von Abrahams Suche nach einer geeigneten Frau für seinen Sohn Isaak.    
Was an der Oberfläche lediglich wie eine schöne, romantische Geschichte zwischen zwei nomadischen Stämmen im Mittleren Osten aussieht, wird aus dem Blickwinkel der Braut-Metapher auf einmal zu einem bezaubernden prophetischen Bild von Gottes Plan mit seinem Volk.    
Diese Geschichte beruht auf historischen Fakten. Sie hat sich wirklich ereignet. Sie wurde mit in die biblischen Berichte aufgenommen, damit wir aufgrund des uns dargestellten Bildes Gottes Herz erkennen, der seinem Volk immer wieder nachgeht. Er ist auf Brautschau für seinen Sohn, für den einen, in dem all sein Wohlgefallen ist. Er findet die Braut, sie ist wunderschön, und er hat Gefallen an ihr.
 
     
Ruth und Boas
nach oben
 
Der Bericht ist so eindrucksvoll und bedeutend, weil er verkörpert, dass Gott bei seiner Suche nach einer Braut auch die heidnischen Völker mit einbezieht.    
Es ist eine der ersten Geschichten, die verdeutlicht, dass die Beziehung zu Gott in der Glaubensarena des Herzens gefestigt wird und nicht in den Schranken ethnischer Herkunft. Viele Einzelheiten dieser Geschichte sind einer tieferen Betrachtung und ausführlicheren Studie wert, aber das würde den Rahmen dieses Buches sprengen. Ich werde mich auf einige der wichtigsten Aspekte konzentrieren, die die Braut-Analogie verkörpern.    
Als Erstes sehen wir, dass Boas gegenüber Ruth die Haltung
eines Vaters einnimmt. Nachdem sich Ruth der väterlichen Fürsorge von Boas anvertraut, gibt er zu erkennen, dass er mehr als nur ihr Beschützer sein will. In Boas' Herzen lebt auch die Liebe eines Bräutigams für seine Braut, und so unternimmt er den ersten Schritt, um dieser Liebe Ausdruck zu geben. In Boas finden wir eine irdische Verkörperung der zweifachen Rolle, von der die Liebe Gottes zu seinem Volk bestimmt ist – die des Vaters und des Bräutigams.
   
     
Hosea und Gomer
nach oben
 
Der wohl unerhörteste und unglaublichste Vergleich der Liebe des Bräutigams für seine Braut findet sich in der prophetischen Analogie von Hosea und Gomer. Die Handlung ist einfach, aber die Aussage ergreifend. Das Buch Hosea verkörpert die unfassbare Haltung eines brennenden Herzens, dem Herzen Gottes, das sich nicht davon abbringen lässt, an der Braut seiner Wahl festzuhalten, egal, wie abtrünnig und untreu sie ist.    
Hosea hat nicht nur die Anweisung, sich eine Hure als Frau zu nehmen, sondern sie auch zu lieben, so «wie der Herr Israel liebt». Gott ist sich dessen vollends bewusst, wen er hier liebt, und um diese Liebe zu demonstrieren, befiehlt er einem Mann, eine solche Frau mit seiner Liebe zu lieben.    
In ihrem verheerenden Zustand von willkürlicher Abtrünnigkeit
und absichtlichem Versagen geht Gott auf seine Braut zu, richtet
ihren Blick wieder neu auf sich und verheißt ihr, sie wieder in die
Beziehung als Braut aufzunehmen.
   
     
     
     
 
nach oben
 
 
 
 
 
alle Rechte vorbehalten © 2004-2005 Inspired Media GmbH